Archil Kikodze

Archil Kikodze

geboren 1972, ist Autor von Erzählungen, Kurzgeschichten und Essays, Fotograf und Schauspieler. Außerdem arbeitet er im Ökotourismus und ist Verfasser mehrerer Naturreiseführer über georgische Naturschutzparks. Die Natur, die Veränderungen von Landschaft und Bewohnern sowie das Unterwegssein sind auch in seinen literarischen Werken wichtige Motive. Sowohl als Autor wie als Fotograf wurde Kikodze mehrfach ausgezeichnet. Im preisgekrönten Film “Blind Dates” (Lewan Koguaschwili 2013) spielte er eine der Hauptrollen.

© Nata Sopromadze

Außer dem Roman und der Novelle sind auf Deutsch erschienen: „Tuschetien – Berg und Gedächtnis“ (deutsch von Rachel Gratzfeld), Kurzgeschichte in: „Georgien. Eine literarische Reise“, Frankfurter Verlagsanstalt 2018; „Swanetien – Zweitausend Jahre Einsamkeit“ (deutsch von Rachel Gratzfeld), in: MERIAN Georgien 2020/01

Werke

Der Südelefant, Roman, Ullstein 2018. Deutsch von Nino Haratischwili und Martin Büttner.

Originalausgabe: Samchretis spilo, Bakur Sulakauri 2016. Preis der Ilia-Universität für den besten Roman des Jahrs 2016.

Der Roman ist eine Ode an Tbilissi, ein Stadtroman, dessen Rahmenhandlung sich an einem einzigen Tag abspielt. Der Ich-Erzähler, ein Kinoregisseur, der seine Filme nie verwirklichen wird, überlässt einem Freund einen Tag lang seine Wohnung für ein Liebes-Rendezvous. Er selbst vertreibt sich die Zeit mit einer Stadtwanderung. Der Streifzug durch Tbilissis Straßen und Gassen wird zu einer Rückschau auf das eigene Leben, zu einem Blick in den Spiegel der Vergangenheit. Wie in einem Film laufen Bilder seiner Kindheit, verflossener Lieben, von Schicksalschlägen und Tragödien vor seinem inneren Auge ab. Und vor dem Hintergrund persönlicher Erinnerungen entfaltet sich die jüngste georgische Vergangenheit, die dem Erzähler wie ein Schatten folgt und alles durchdringt, was um ihn herum geschieht.

… tatsächlich ist ‚Der Südelefant‘ auf eine sehr beiläufige, entspannte Weise für Tiflis das, was ‚Ulysses‘ für Dublin ist.
Richard Kämmerlings, Die Welt


Die Geschichte von einem Vogel und einem Mann, Novelle, Ullstein 2018. Deutsch von Natia Mikeladse-Bachsoliani.

Originalausgabe: Tschitis da kazis ambawi (Novelle und Erzählungen), Siesta 2013. SABA-Preis für die beste Erzählsammlung des Jahrs 2013.

Ein ehemaliger englischer Geheimdienstagent, jetzt Pensionär und Vogelkundler ist mit einem georgischen Guide unterwegs in einem Naturschutzpark im Osten Georgiens. Während sie das Vogelparadies erkunden, erzählen sie einander ihre Lebensgeschichten, der Engländer über seine Geheimdienstvergangenheit in Nordafrika und der Sowjetunion, der Guide über die Zeit, als er noch Mitglieder der Sowjet-Nomenklatura auf der Jagd oder auf Exkursionen begleitet hat. Eine etwas andere Geschichte Georgiens: lakonisch, abgründig komisch und tiefsinnig.

 

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