Koloritebi (Die Besonderen)
Erzählungen, 380 S., Diogene 2004
„Koloritebi" besteht aus mehreren Erzählungen, die alle gemeinsame ProtagonistInnen und einen inneren Zusammenhang haben. Geschichte um Geschichte entsteht ein literarisches Puzzlespiel um Liebe, Hass, Tod und Armut, Zuneigung, Sehnsüchte und Wünsche.
Der Alltag ist die wichtigste Farbe auf der Palette, quasi die Grundierung jedes Bildes, das uns der Autor bietet. Frauen spielen eine zentrale Rolle, sei es als Ehefrauen, Nachbarinnen, Geliebte, Touristinnen. In der Mitte unterbricht die Erzählung "Die Frauen" den Lauf der Geschichten: Neue Protagonisten kommen ins Spiel, der Autor bringt neue Puzzle-Steine und bietet dem Leser frische Farben an.
Beispielhaft für die Erzähltechnik des Autors kann die Geschichte des Briefträgers genannt werden. In der Erzählung "Die Rache der Daredschan Kwarazchelia" hat er eine kleine Rolle, er verteilt lediglich die Zeitungen. Die weiteren Geschichten beschreiben sein Leben, seine Persönlichkeit; man erfährt, dass der Erzähler auch der Sohn des Briefträgers ist. Eine andere zentrale Figur ist Raschiko Kesua. In einer der Erzählungen wird berichtet, dass er mehrere Ehefrauen hatte. In einer anderen wird beschrieben, wie Raschiko Kesua es schaffte, viermal zu heiraten und trotzdem allein zu bleiben. Dieses Aufbauverfahren wendet der Autor konsequent an, indem Nichtaufgeklärtem später ausführliche Erklärungen nachgeschoben werden und das Bild eines exotischen Kosmos entsteht. Saba-Preis für bestes literarisches Debüt des Jahres 2005.
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