Rachel Gratzfeld, Literary Agent for Georgian Literature :: daumtawrebeliAmbawi

Titel
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Daumtawrebeli ambawi (Eine unerledigte Geschichte)

Kurzer Roman und 8 Erzählungen, 280 S., Diogene 2008

„Unerledigt“ sind die alten Liebschaften, das ungesagt Gebliebene, Unterlassene, das im wörtlichen Sinne abgebrochene Leben, das die Protagonisten in ihren Erinnerungen, aber auch in ihrem Leben verzweifelt nachzuholen versuchen. Es ist das Psychogramm einer Gesellschaft im Krieg: Die Kämpfer in den Erzählungen sind keine Berufssoldaten, sondern Zivilisten, die aus Verzweiflung, Neugier, Überdruss, Freundschaft oder Verwandtschaft in den Krieg ziehen. Diese Halbsoldaten–Halbzivilisten kämpfen in der Nähe ihrer Wohnorte und gehen abends mal oder am Wochenende Verwandte besuchen. Der Krieg ist unpathetisch beschrieben und auf das „Mikrogeschehen“ reduziert. Es gibt keine „Guten“ und „Bösen“, keinen „Feind“, den es zu bezwingen gilt. Tschkwanawa zeigt, wie die Menschen sich im und nach dem Krieg verändern, wie die alten sozialen Regeln aufgelöst werden. Die Handlung findet im Zwischenraum zwischen Altem und noch nicht eingekehrtem Neuen statt. Damit gelingt es Tschkwanawa über die Beschreibung des lokalen Konflikts hinaus, dem Moment der Veränderung im gesamten postsowjetischen Raum auf die Spur zu kommen. Er zeigt auch auf außerordentlich berührende Weise, wie die zahlreichen Verbindungen der multiethnischen Bevölkerung Abchasiens - Georgier, Abchasen, Armenier, Russen und Griechen - auch nach dem Krieg, ungeachtet der politischen Verhältnisse, die nur in Nebensätzen und Andeutungen präsent sind, erhalten geblieben sind.

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Deutsche Leseprobe verfügbar 

 

 

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