Dsweli gulebisa da chmlisa (Von alten Herzen und einem Schwert)
Roman, 125 S., Bakur Sulakauri 2007
In aller Knappheit wird hier eine große, dramatische Geschichte erzählt, die sowohl von Inhalt wie Konstruktion her begeistert: In 54 kurzen, geschliffenen Kapiteln schildert Mortschiladse die Geschichte einer Entführung, eine Liebesgeschichte und eine Verfolgungsjagd quer durch das vom russischen Imperium annektierte Georgien des 19. Jh.
Ein seltsam verknäultes Schicksal verbindet die Figuren miteinander, und die Erzählung nähert sich zeitlich wie geografisch von zwei Enden her der Auflösung, die in ein regelrechtes Showdown mündet. Sie beginnt mit der Freilassung des jungen georgischen Adligen Baduna Pawneli, der angeblich einen russischen Offizier getötet hat. Er macht sich von Tiflis aus nach Westen auf die Suche nach seinem verschollenen Bruder, während ihm die russische Gendarmerie quer durch Georgien weiter auf den Fersen ist. 1828, der Zeit der Handlung, ist Georgiens Mitte beinahe weglos; den Georgiern selbst ist das eigene Land jenseits bzw. diesseits des Passes, der West und Ost trennt, fremd. Baduna geht den Weg zum ersten und zum letzten Mal. Dem klassischen tragischen Helden gleich, wagt er alles, ohne zu wissen, was ihn am Ende des Wegs, am Schwarzen Meer, erwartet: Dort holt ihn die Vergangenheit, zusammen mit den russischen Verfolgern, ein. Aus den politischen Verwicklungen – Georgien ist seit fast 25 Jahren unter russischer Herrschaft und der russisch-osmanische Krieg steht unmittelbar bevor – schält sich eine Tragödie heraus, die letztlich eine ganz private ist.
Die schwedischen Übersetzungsrechte sind an Bonnier verkauft.
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Vollständige englische Übersetzung verfügbar
Deutsche Leseprobe verfügbar
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